Klingt großspurig, soll aber zum Ende des Jahres nur ein wenig beschreiben wie weit die Suche nach der perfekten Verzahnung zwischen dem wirklichen und dem digitalen Leben fortgeschritten ist. Das macht es nicht weniger großspurig, aber darum geht es doch schlußendlich: wir suchen nach Möglichkeiten, nach Techniken und Geräten, die sich so "seamless" in unser Leben integrieren, dass man sie dabei kaum bemerkt. Durch sie soll unser Leben einfacher werden, dank ihnen sollen wir uns weniger Sorgen machen müssen und mehr Freude erleben.
Wir wollen Telefone, mit denen wir unsere Emails lesen können und mit denen wir Musik hören können. Wir wollen von jedem Gerät auf die gleichen Daten zugreifen können ohne am Vortag daran denken zu müssen irgendeinen Sync-Prozess anzuwerfen. Wir wollen schicke, leichte Anzeigegeräte mit uns führen und trotzdem auf geballte CPU/RAM Power zugreifen können. Die Entwicklung im Hardware und Software Bereich wird immer schneller und genauso schnell wachsen unsere Wünsche nach weiteren neuen Möglichkeiten, die uns erst die nächste oder übernächste Entwicklungsstufe erlauben.
Aber ist das so schlecht wie es vielleicht manchmal klingt? Ich glaube nein. Vielmehr ist diese Haltung das Natürlichste was es gibt. Verbessert sich die Natur selbst nicht ständig? Passt sich an widrige Bedingungen an, optimiert, verändert, tauscht aus. Letztendlich ist das alles tierisch spannend, das Neue, die Entwicklung.
Wollen wir also mal sehen, wo wir gerade stehen:
Ich habe mich Anfang des Jahres für einen neuen Arbeitslaptop entschieden, einen Samsung 900X. Das ist im Prinzip ein Klon des Mac Book Air, ein Anzeigegerät. Genau das Richtige für unterwegs, und genau das Gegenteil der Backsteine, die ich zuvor durch die Gegend geschleppt habe. Wie wir oben gesehen haben, bringt jede Neuerung sofort einen weiteren Wunsch mit sich: der Samsung ist zwar schick und leicht, eine 10-köpfige VM Umgebung lässt sich damit aber nicht aufbauen. Also habe ich meine Powerworkstatiom zuhause über die Fritzbox nach draußen gepublished und wecke sie bei Bedarf aus dem Dornröschenschlaf.
Arbeitsorganisation
Mit Outlook organisiere ich meine Emails, meinen Kalender, die Kontakte und Aufgaben. All das wird automatisch per Activesync auf das iPhone und seit Neustem auch auf das iPad synchronisiert. Fällt mir nach Feierabend oder unterwegs noch eine Aufgabe ein, trage ich sie auf einem der Devices in die Taskliste ein und kann sichergehen dass sie damit a) aus meinem Kopf ist und b) am nächsten Tag wieder auftaucht und bearbeitet werden kann.
Mitschriebe bei Meetings und andere Notizen sammle ich in Onenote, das meines Erachtens all den anderen Notizbüchern überlegen ist. Seit letzter Woche gibt es jetzt auch eine iPad App dafür. Wenn ich irgendwo eine wichtige Konfiguration vorgenommen habe, dokumentiere ich diese ebenso per Screenshots darin, wie wenn ich eine Lösung für ein Problem gefunden habe. Onenote wird so über die Jahre zu meiner persönlichen Knowlegebase. Aus dem ein oder anderen Onenoteeintrag wird dann auch mal ein Blogartikel. Die Onenote Seiten werden im Hintergrund automatisch in die Microsoft Cloud gesynced, so dass sie auf allen Geräten verfügbar sind.
Alle weiteren Dokumente werden über die Dropbox auf allen Rechnern gleich gehalten. Auch meine (neusten) Bilder sind in der Dropbox und belegen damit auf dem iPad keinen Platz, sondern lassen sich bequem über WiFi auf das Gerät streamen. Mit 3G ist das dann natürlich weniger lustig. Will man also unterwegs (ohne highspeed Internetverbindung) Bilder zeigen, muss man diese etwas mühsam, eins ums andere offline nehmen. Dass die gesamte Bilderhistorie meines Lebens noch nicht in der Cloud ist, liegt schlichtweg am verfügbaren Speicherplatz (bzw. Am Preis dafür).
Musik
Mit iPhone und Apple TV wurde schon Vieles vereinfacht. Und doch musste immer noch gesynced werden und man hatte auf dem einen Rechner einen anderen Stand als auf dem anderen USW. Immerhin hatte man im Auto eine Bluetooth Schnittstelle, konnte man sogar dort auf die selbe Musikquelle zugreifen wie zuhause. Mit iTunes Match ist das aber nochmal ein Stück cooler geworden. Jetzt entscheidet man auf jedem Abspielgerät welche Titel man lokal speichern möchte und welche nicht. Potentiell hat man aber Zugriff auf alle CDs. Apple TV greift sogar gleich auf die Cloud zu und spielt direkt von da ab(was eigentlich für die anderen Devices auch eine Option sein könnte).
Information
Der Browser meiner Wahl ist Chrome und leider (noch) nicht auf den iOS Geräten verfügbar. Chrome ist, klar, schlank, schnell und simpel. Außerdem synced (auch) er meine wichtigsten Bookmarks, die ich nahezu täglich checke. Neben den wichtigsten IT Portalen gehört auch der Google-Reader dazu mit dem ich meine abonnierten Feeds konsumiere. Interessiert mich ein Artikel, habe aber keine Zeit ihn gleich zu lesen, merke ich ihn per Instapaper für später vor. Dabei spielt es keine Rolle mit welchem der erwähnten Geräte ich mich später beschäftige, der Artikel wird entsprechend gesynced.
Ebenso verfahre ich mit politischen oder sonstigen Nachrichten. Fast alles lese ich inzwischen online. Nur abends im Bett, ist mir ein Buch aus Papier immer noch lieber, aber wer weiß, vielleicht ist auch das nur eine Frage des richtigen Geräts.
Wir sind also schon ganz schön weit. Die digitale und sie reale Welt verzahnen sich immer mehr. Für uns bedeutet das auch Disziplin. Disziplin Abstand zu nehmen, die ganzen neuen Gerätschaften und Techniken als Werkzeuge zu sehen, nicht zu sehr an ihnen zu hängen, ihnen nicht zuviel Platz einzuräumen und stattdessen immer mal wieder zur Ruhe zu kommen und sich zu besinnen, dass das doch alles bloß ein großer Spass ist.
In diesem Sinne, frohe und ruhige Weihnachten.
Kommentare:
Danke für diesen tollen Einblick, gerne mehr davon! Gerade die Arbeitsweise anderer Leute interessiert mich sehr.
Danke für den informativen Einblick.
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